Speicherkarten günstig kaufen - Leseraten und Schreiben

XQD, CFast und UHS-II Karten sind blitzschnell, schafft das die Kamera überhaupt?

Die Auflösungen von digitalen Spiegelreflexkameras, sowie auch von Systemkameras werden jedes Jahr höher. Die meisten Hersteller setzen bei mindestens einer Flagship Kamera auf ein Megapixel Monster. So gibt es zum einen bei Nikon die D850, die 47 Megapixel zu bieten hat, Sony mit der Alpha 7R II liegt bei 42 MP und Canon mit 5Ds R mit 50 Megapixeln.

Im anderen Segment, für zum Beispiel Sport, wie Canon 1D X oder Nikon D5 werden wiederum Serienaufnahmen von bis zu 12 Bildern mit einem großen Puffer aufgenommen, dass auch mal eine Serie von 50 Bildern im Handumdrehen in einer Bewegung geschossen wurde.

Egal für welchen Anwendungsfall, oder mit welcher Kamera die Aufnahme gemacht wurde, müssen die Daten erst einmal von der Kamera verarbeitet und auf eine Speicherkarte geschrieben werden. Wenn man es ganz genau nimmt, hat die Kamera also genau wie beim Computer, oder Notebook ein Kartenlesegerät verbaut. Das soll man natürlich nicht mit einem Kartenleser für USB Vergleichen, aber in irgendeiner Form steckt man die Karte in die Kamera, bzw. den Kamera Slot.

Klassifizierungen - UHS-I , UHS 2, Class 10, U3, V90

Mit der Zeit wurden die Bedürfnisse für Speicherkarten immer größer. Wie bereits gesagt, werden die Datenmengen größer, die Karte muss mehr leisten, schneller Lesen und Schreiben, sodass die Karte aufgrund eines vollen Puffers nicht für einige Sekunden die Aufnahmemöglichkeit verwehrt.

Mit der Zeit haben sich die Hersteller auf verschiedene Klassifizierungen und Bezeichnungen geeinigt. Wie das auch in anderen Branchen üblich ist. Zuerst kam da die Klassifizierung “Class 4” sowie “Class 10”. Diese Verifizierung bedeutet, dass eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 4 MB/s erreicht werden kann. Bei der zweiten wären es 10 MB/s.

Während Class 4 vergleichsweise Langsam ist, liegt auch die Anschaffungskosten für eine solche Karte relativ gering. Je schneller die Speicherkarte schreibt, desto teurer wird diese gehandelt.

10 MB/s ist zum heutigen Standard auch langsam. Die Karten einfach Class 20 zu bezeichnen scheint wahrscheinlich zu einfach gewesen, weswegen man auf der Suche nach neuen Namen gewesen ist, um die Karte möglichst spektakulär zu bezeichnen.

Nach einer kurzen Zeit kamen zu dieser Bezeichnung dann noch U1, U3 hinzu, wobei U1 auch eine Klassifizierung für 10 MB/s ist. U3 hingegen liefert die dreifache Schreibrate ab, was zu heutigen Applikationen schon bei vielen Consumer Geräten und Kameras ausreicht.

Noch neuer sind die Bezeichnungen V30,V60,V90, welches auch die Schreibgeschwindigkeiten angibt. Diese liegen dann immer mindestens in Höhe der Zahl angeben Zahl. Sehr oft findet man vom Hersteller auch weitere Angaben auf der Verkaufsverpackung, oder auf dem Label der Speicherkarte.

So wird das Produkt zum Beispiel mit Class 10 V90 belabelt, auf der Verkaufsverpackung finden sich zum Beispiel andere Angaben wie bis zu 250 MB/s Lesen - 150 MB/s Schreiben. Die Klassifizierung gibt jeweils die Mindestvoraussetzung an. Also wird die Karte nicht langsamer als 90 MB/s sein. Der Maximalwert hingegen ist nicht zwangsläufig zu erreichen. Wenn eine Speicherkarte schließlich Schreibrate von 120 MB/s aufweist, ist das eben so.

UHS-II Karte und XQD Günstiger
UHS-II und XQD Karte im Kartenslot

Ganz neu sind auch Karten, die einen zweiten Datenbus mit sich bringen. Diese werden UHS-2 genannt. Während die normale Speicherkarte nur eine Reihe von Kontakten mit sich bringt, wird beim UHS-2 Standard einfach eine zweite Reihe Kontakte hinzugefügt. Mehr Kontakte bedeutet natürlich auch, dass die Lese- und Schreibraten mehr Durchsatz haben.

Wie sieht es im Handel mit Speicherkarten aus?

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sprechen, dass der Handel, also Händler, die Lokal anzutreffen sind in der Hinsicht rein auf den Profit aus sind. Nutzt man eine Kamera, die etwas mehr leistet, wird automatisch die beste und schnellste Speicherkarte empfohlen mit der Aussage: “Bei weniger Lese- und Schreibgeschwindigkeit können Sie Serienaufnahmen vergessen.”, oder zu den Zeiten mit 4K Videoaufnahmen: “4K Videoaufnahmen gehen generell nur mit den schnellsten Karten”.

Wie schnell die jeweilige Kamera überhaupt schreibt, um vielleicht eine passende Karte zu einem attraktiven Preis zu finden, habe ich in noch keinem Laden erlebt. Dabei gehe ich immer mal die Vitrinen in diversen Fachhändlern nach tollen Angeboten prüfen und höre Regelmäßig, wenn ein Nutzer eine Kamera kauft und sofort die Frage fällt: “Brauchen Sie auch eine Speicherkarte und Tasche?”.

Im Frankfurter Laden GM-Foto hatte ich vor einiger Zeit ein Interessantes Angebot zu Speicherkarten entdeckt und per Online-Bestellung zur Abholung beauftragt. Die Ware war leider nicht in nächster Zeit vorhanden und ich musste auf ein alternatives Produkt ausweichen. Auch wenn GM-Foto einen exzellenten Service mit sich bringt, konnte mein Ansprechpartner nicht genau sagen, welche Speicherkarte überhaupt ausreichen würde.

Zugegeben, man kann nicht alles wissen und für jede Kamera eine Schreibrate zu wissen ist auch ein bisschen zu viel des Guten. Aber das würde den Verkäufer, vom Experten erheblich absetzen. Ich würde mir denken, der Verkäufer handelt in meinem Interesse mir ein für meinen Anwendungszweck passendes Zubehör verkauft zu haben und würde wieder kommen.
Wie schnell muss eine Karte sein?

UHS-2 Karte mit zweiter Kontaktreihe
Zweite Reihe mit Kontakten mit schnellerer Transferraten beim UHS-II Standard

Da eine Kamera über einen spezifischen Speicherkarten Slot verfügt, sind auch die Schreibgeschwindigkeiten sehr unterschiedlich. Während eine Profikamera Schreibraten von über 100 MB/s erreicht, liegen ältere Geräte oftmals darunter. Das bedeutet, dass die Aufnahmen, die von der Kamera geschrieben werden natürlich auch von der maximalen Speicherrate limitiert sind.

Der Hersteller weiß natürlich ganz genau, in welchem Umfang Aufnahmen wie RAW, JPG oder Video aufgenommen werden und baut einen Speicherkarten Slot in das jeweilige Gerät ein, damit die Raten ausreichen. Eine Einstiegskamera, die zum Beispiel nur 3 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann und mit 18 Megapixeln schießt, wo eine RAW Datei dann ca. 16 MB mit sich bringt, macht also einen Datenumsatz an 48 MB pro Sekunde. Der Buffer liegt in der Regel bei ca. 10 Fotos, wo die Kamera langsamer wird, um mit dem Speichern hinterher zu kommen.

Kamera Schreibgeschwindigkeit
Nikon D850 162 MB/s
Nikon D610 42 MB/s
Nikon D3400 82 MB/s
Canon 1300D 38 MB/s
Canon 5D III 99 MB/s
Canon 80D 85 MB/s

Selbst wenn die Speicherkarte viel schneller Schreiben könnte, ist die Kamera die Bremse. Eine Speicherkarte mit 300 MB/s Lesen und Schreiben in eine Kamera wie zum Beispiel die Canon 1300D zu tun, würde viel Geld aus dem Fenster rausgeworfen sein. Denn Die Kamera kann zum einen den UHS-2 Standard nicht nutzen, da der Kartenleser die zweite Reihe mit Kontakten gar nicht hat und die Kamera schließlich vom Schreibgerät auf knapp 40 MB/s limitiert.

Falls man doch eine schnellere Karte nimmt, wäre die Übertragung an den PC / MAC immerhin beschleunigt, sofern jeweiliges Gerät, oder Kartenleser wiederum nicht bremst. Mein XPS 15 hat zu meinem Erstaunen einen relativ guten Kartenleser verbaut, womit ich beim Schreiben einer UHS-2 Karte an das Maximum von der jeweiligen Karte von 180 MB/s gestoßen bin. Bei einer Sandisk UHS-2 300 MB/s Lesen und Schreiben kam aus meinem Gerät leider auch nicht deutlich mehr raus.

Welche Karte ist die Richtige?

Da kommt es wie schon gesagt auf die Kamera drauf an. Gerade bei dem Beispiel der Nikon D850 wird das sehr schnell zu einem komplexen Thema. Die Kamera ist einer der schnellsten auf dem Markt und bietet unter anderem sogar einen neuen XQD Kartenslot, wo die Karten von Sony bis zu 400 MB/s Lesen und Schreiben sollen. Wer da zum Beispiel auf dem zweiten Kartenslot - ein Slot für UHS-2 Karten - die Funktion als Backup (Karte 1 RAW, Karte 2 RAW) nutzt, würde sich Ärgern, wenn im zweiten Fach eine langsame Karte steckt.

XQD Karte Nikon D850 Sony
SONY XQD Karte mit 128 GB Speicher und über 400 MB/s Lesen und Schreiben

In dem Fall würde zwar die XQD Karte ohne Probleme mit den Aufnahmen mithalten können. Die zweite Langsamere muss die gleiche Datenmenge verarbeiten und würde die Kamera wiederum lahmlegen, sobald es zu viele Daten im Puffer gibt. Der nächste Gedanke ist es also, muss da eine vergleichbare Karte zur XQD her, die auch um die 400 MB/s liegen. Ich muss entwarnen. Ich persönlich habe noch keine UHS-II Karte, bzw. auch andere im normalen SDHC / SDXC Formfaktor gesehen, die über die 300 MB/s hinausgehen.

Speicherkarte Geschwindigkeit (R/W) Preis
ADATA Premier One 64GB UHS-II* 290 / 185 MB/s ca. 80 €
Fujifilm SDXC-64GB High Professional 285 / 185 MB/s ca. 82 €
Transcend SDXC/SDHC UHS-II U3 EXTREME 64GB Speicherkarte* 285 / 180 MB/s ca. 90 €
SanDisk Extreme PRO 64 GB SDXC UHS-II* 300 / 300 MB/s ca. 130 €
Sony G UHS-II 64 GB 64GB SD UHS-II* 300 / 299 MB/s ca. 155 €

Um beim Nikon D850 Beispiel zu bleiben, haben wir das ganze mit zwei Kameras getestet. Einmal eine Sandisk UHS-II mit 300 MB/s Read und Write, sowie einer vermeindlich langsameren Karte, die mit 285 MB/s Lesen, und 180 MB/s schreiben beziffert war. Ohne das ganze Messverfahren oder Programmen wie Crystaldiskmark wurden beide Kameras auf Identische Einstellungen geschaltet, um bei 1/8000s Auslösezeit zu sehen, welche Kamera in der schnellsten Serienaufnahme den Puffer erreicht und langsamer wird. Ergo mit dem Schreiben ggf. nicht hinterher kommt.

Es hat sich schnell gezeigt, dass beide genannten Speicherkarten und deren Geschwindigkeiten ausreichend waren und sie zum selben Zeitpunkt einen vollen Puffer hatten. Der Gravierende Unterschied ist allerdings, dass mit gleicher GB Anzahl die etwas langsamere Karte ca. 50 Euro günstiger ist. Zum aktuellen Kurs wäre das fast schon eine weitere Speicherkarte.

In extremen Situationen wäre der Unterschied der Lese-/ Schreibgeschwindigkeiten jedoch trotzdem am Computer sichtbar. Wenn eine Karte mit 128 GB Daten übertragen werden muss, kann man da Gegebenfalls ein paar Sekunden bei der schnelleren Karte rausholen.

Auf den richtigen UHS Standard setzen

Zwar ist UHS-II Rückwärtskompatibel und eine solche Karte kann auch in älteren Modellen genutzt werden. Allerdings ist da dann wieder die Frage des Kaufpreises. Ob man zukunftsorientiert, sowieso in Kürze auf eine andere Kamera umsteigt.

Eine UHS-I Karte in einer neuen Kamera würde wegen den langsamen Raten auch keinen Sinn ergeben. So sollte man vor dem Kauf einer neuen Speicherkarte auf jeden Fall erst einmal ins Handbuch schauen, welche Art von Karten von der Kamera unterstützt werden.

Wie schnell kann meine Kamera auf die Speicherkarte schreiben?

Das ist schwer zu sagen. Jede Kamera hat einen anderes Modul verbaut. Zum einen gibt es die Möglichkeit die Kamera über das Datenkabel an den Computer anzuschließen und mittels Software die Lese und Schreibgeschwindigkeiten zu ermitteln. Je nach Kamera ist das Beschreiben aber nicht immer ohne weiteres Möglich. Wenn die Speicherkarte in einem anderen Format als NTFS, oder FAT32 formatiert wurde, wird es für den normalen Anwender schonmal schwiriger.

Eine andere Methode wäre, einfach über die Suchmaschine mal eine entsprechende Recherche zu starten, oder zu schauen, ob man Informationen im Handbuch finden kann. Wie schnell eine Speicherkarte selbst als Maximalwert schreibt, lässt sich sehr in Bewertungen von Amazon lesen.

CFast, XQD, SDXC günstiger kaufen

Genau genommen bekommt man auch hier nichts geschenkt oder wesentlich Preiswerter. Aber sobald man sich bewusst ist, welche Übertragungsraten die Kamera benötigt, kann man eine passende Speicherkarte suchen, die für die jeweiligen Anforderung geeignet ist. Da macht es kein Unterschied, ob es sich um XQD, CFast oder die normalen SDXC Karten handelt.

Ob eine Speicherkarte schließlich 90 oder 130 € kostet ist für viele ein Argument, gerade wenn es beim eigentlichen Aufnehmen kein Mehrwert gibt. Ich habe ein riesiges Etui mit bestimmt 20 Speicherkarten. Auf eine größere Anzahl gesehen spart man da kräftig.

Karten, die ein paar Euro weniger Kosten sind auch nicht schlechter verarbeitet. Mein Eindruck war bislang immer, dass eine Speicherkarte sowieso ein Wegwerfprodukt ist, welches spätestens bei 5 Jahren nutzen zum Garantiefall wird. Von abgebrochenen "Lock"-Schaltern, elektroische Fehler, defektes Gehäuse, oder fehlerhafte Dateien kann bestimmt jeder ein paar Geschichten erzählen.

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