Neuanschaffung Mobile Workstation - Dell XPS 15, Surface Pro 4

Nun ist es endlich soweit. Seit Monaten hadere ich mit der Neuanschaffung eines neuen Notebooks. Genau genommen war damals das aktuelle Gerät ein Surface Pro 3, welches inzwischen auch bereits vom Surface Pro 4 überholt wurde. Aber leider habe ich mich auch zu dem SP4 von Microsoft nicht durchringen können. Meine genaue Kaufentscheidung und Beweggründe versuche ich den suchenden etwas genauer zu erleutern.

Aktuelles Setup

Zuerst sollte vielleicht über das noch aktuelle Gerät für den mobilen Einsatz gesprochen werden. Da ist seit 2009 ein Macbook Pro 13" im Einsatz. Um die Spezifikationen mal anzusprechen:

  • 13,3 Zoll
  • Auflösung 1280 x 720 (Kein Retina Display)
  • Damals kam das Gerät mit 250 GB 2,5" Festplatte (HDD)
  • Dual Core 2,53 GHz
  • 4 GB Ram
  • Geforce 9400m
  • ca. 1350 €

Das war zu der Zeit die Spitzenkonfiguration der kleineren Macbook Pros. Mit dem Lauf der Dinge habe ich dann später beim Gerät beide RAM Speicher auf den Maximalwert von 8 GB, und eine SSD Festplatte mit ausreichendem Speicher in das Gerät eingebaut. Dies war dann bis heute auch das maximale Leistung und Geschwindigkeit, die man aus dem Gerät rausholen konnte.

Nach nun mehr 6 Jahren, von damals Version 10.6.2 bis heute 10.11.3 hat das Gerät den professionellen Betrieb überstanden. Zwar sieht man dem Gerät die Anspruchung anhand Dellen, Display und Touchpad an, es ist allerdings noch voll funktionstüchtig. Gerade von der Rechenleistung lässt das Gerät beim heutigen Stand zu wünschen Übrig. Gerade bei aufwendigen Tasks wie Video-Editing, Photo-Editing, oder gar das On-Location Tethering um Fotos direkt vor Ort zu sehen. Kameras wurden mit mehr Megapixel ausgestattet, Video und Bilddateien immer größer und alle Programme immer Aufwendiger. Da ist das Gerät mit den Jahren am Limit erreicht.

Ich persönlich bin keines Wegs der Freund vom schnellen Neukauf. Gerade im Bekanntenkreis sieht man schon häufiger, dass ein Notebook nach ca. 2 Jahren ausgetauscht wird. Ich zu meinem Teil, kann sagen, dass das Macbook Pro seinen Dienst bis zum Schluss getan hat und ich mit gutem Gewissen in ein neues Gerät investiere.

Was für ein Notebook suche ich eigentlich?

Ich hatte wie bereits erwähnt eine sehr lange Phase beim Suchen des Geräts. Mit einem eigens zusammengebauten Desktop-Workstation PC ist ein Notebook, Ultrabook, Tablet- Convertible, oder wie man es nennen mag einzig und allein für den mobilen Einsatz gedacht. Das kann man in diverse Kategorien einsortieren. Die wichtigsten Merkmale für ein mobiles Gerät ist Akkulaufzeit, Gewicht und Größe.

Leider ist es bis heute so, dass einer der größten und schwersten Komponenten die Batterie ist und Hersteller, oder gar Endnutzer in den meisten Fällen irgend einen Kompromiss eingehen müssen. Gerade wenn die Erwartung von viel Leistung noch gegeben ist. Ein perfektes Gerät gibt es definitiv nicht. Das wurde nach meiner langen Recherche und Vergleiche klar. So musste auch ich einen Kompromiss finden und dabei verzichte ich auf diverse Sachen...

Bis zum Schluss hatte ich auf jeden Fall diverse Favouriten.....

Surface Pro 4

Nachdem ich bereits so lange gewartet habe, ein neues Gerät zu kaufen, kam nach dem Surface Pro 3, dann die vierte Iteration auf den Markt. Mit der neusten Technik wie Skylake Prozessoren, Spitzenkonfigurationen und tollem Finish war ich sehr lange sehr heiss auf das Gerät. Neben diversen Besuchen im Fachhandel, Online-Recherche, war das Gerät schon fast gekauft. Insbesondere, dass der Ansprechpartner meiner Wahl im Fachhandel bei diesen Geräten ein gutes Angebot unterbreitete:

  • 12,3 PixelSense 2736x1824
  • Core i7 Skylake-6500u
  • 16 GB Ram
  • 512 GB SSD
  • 2204 € als Angebot
  • (+ 100 € Typecover)
  • 38 wh Akku
    (der Rest ist bei den anderen Konfigurationen identisch)

Grundsätzlich ist die Idee vom Surface super. Ein kompaktes Gerät, welches immer und überall dabei sein möchte. Gerade mit einem der besten Displays mit kristallklarem Bild, super Digitizer zum Schreiben, Malen, Skizzieren - kann ich mir in der Bildretusche als extrem nützlich vorstellen, war das Surface eine lange Zeit meine Nummer 1. Nach intensiver Recherche, Ausprobieren, konnte ich nach langer Zeit ein ausführliches Bild von diesem Gerät machen und möchte auch begründen, warum ich mich schließlich dagegen entschieden habe.

Akku

Zum einen war ein sehr ausschlaggebender Punkt für mich, dass bei der Akkulaufzeit das doch so mobile Gerät sich im echten Anwendungsfall nicht mehr so schön anhört. Während der Hersteller Microsoft mit 9 Stunden Video-Ansehen wirbt, kann man davon Ausgehen, dass dies so ziemlich der absolute Maximalwert ist. Während beim Testen vor Ort mit kleiner Konfiguration - Energiesparmodus und normalem Surfverhalten ( keine Videos, keine Flashinhalte ) - sprang die Akkuanzeige zwischen 3-4 Stunden. Bei aufwendigeren Dingen kann ich mir ganz gut vorstellen, wie der Verbrauch nochmal einen massiven Unterschied macht. Auch bei diversen anderen Plattformen, wie Microsoft.com (DE + US), Amazon.de, Amazon.com und unabhängige Foren wurde das Thema Akkulaufzeit als Kritikpunkt gesehen. Bei der Core i7 Version berichten User von einer Laufzeit von 2 1/2 - 3 1/2 Stunden.

Ökonomisch

Die Neuanschaffung muss mindestens drei Jahre halten. Im Bezug zum Surface würde dies bedeuten, das sich innerhalb dieser Zeit die Akkulaufzeit nochmal um ca. 20% verkürzt. Mein Macbook hat beim aktuellen Stand noch eine Leistung von ca 2 1/2 Stunden. Damals waren es immerhin 5 Stunden. Das Surface ist von der Bauweise und Produktion vollständig verklebt. Upgrades wie Festplatte oder RAM nicht möglich. Die Investition in die höchste Konfig - um die Leistung für ein paar Jahre zu sichern - kostet mit Rabatt und ohne (Typecover) Zubehör 2200 Euro. Selbst seitens Microsoft kann das Gerät nicht gewartet werden. Eine neue Batterie als "Replacement Parts" gegen ein paar 100 Euro ist auch nicht möglich. Auch kann man das Gerät nicht zum Reinigen der Lüfter öffnen. Ein absolutes Wegwerfprodukt.

Schwache Leistung, Nichts Ganzes - nichts Halbes

Neben Akku und Preis war dem genannten Preis auch die Leistung im Vergleich zu anderen Geräten nicht ganz so überzeugend. Wohlgemerkt reden wir von einer i7, 16 gb ram, 512 gb ssd Konfiguration. Dabei hat der Intel Core i7-6500U Skylake Chip nur zwei Kerne. Quasi wird einem erstmal i7 - ist highend - suggeriert, doch ein Prozessor mit 15w und 2 Kernen wird schnell zu wünschen übrig lassen. Gerade wenn man auch nur auf die On-Chip Grafik zurückgreifen kann. So schön die Kombination auch mit dem Typecover ist, ging das Typecover vom Trackpad bei meinem Vorführgerät nur mit moderater Genauigkeit. Ich fand mich regelmäsig wieder, dass der Cursor sich nicht mehr bewegt.

Wir dürfen natürlich nicht erwarten, dass bei diesem kompakten Gerät alles perfekt ist, aber für mich waren diese ausschlaggebenden Gründe sehr gewichtig, so dass ich das Gerät zumindestens nicht mit genommen habe. Dabei war ich Haaresbreite davor. Aber bei einem Gerät in dieser Preisklasse, überlegt man lieber etwas länger, als dem Impuls nach zu geben und sich anschließend zu ärgern.

Dell XPS 15

Ich weiß gar nicht wie ich auf Dell gekommen bin. Auch vor einer langen Zeit bin ich auf die XPS Serie mit deren neuen Infinity Displays gestoßen. Infinity suggeriert, dass der Display fast rahmenlos ist. Modelle wie dem XPS 12, 13 und 15 zählen auch zur High-End Liga hinzu. Das Gerät, ob 13 oder 15 Zoll, ist ganz und gar nicht mit dem Surface zu vergleichen. Hierbei handelt es sich mehr um ein gängiges Ultrabook / Notebook. Da man generell auf den Mechanismus zum Konvertieren auf Tablet verzichtet, kann man die beiden Geräte nicht zum Surface vergleichen. In Sachen Konfiguration ist man allerdings sehr Flexibel. Von i5, i7, SSD, SHHD, FHD und 4k mit Touch ist alles dabei. Da meine Entscheidung auf die 15 Zoll Version der Dell XPS Modelle gefallen ist, möchte ich auch hier etwas genauer auf das Gerät eingehen.

  • 15,6 Zoll (Full-HD) ohne Touch und Digitizer im 14,1 Formfaktor
  • Core i7 Skylake-6700hq (4 Kerne)
  • 16 GB Ram
  • 512 GB SSD
  • GTX 960m
  • 84 wh Akku

Konfiguration

Ganz zufällig habe ich mich auf der Dell US Webseite wiedergefunden und habe da, wie auch zuvor bei Dell Deutschland die XPS 13 und 15 Serie angeschaut. Kurz nach dem Vergleichen der Verfügbaren Konfigurationen viel mir auf, dass es die zum Surface vergleichbare Variante - i7, 512 GB SSD, 16 GB - anscheinend seit kurzem mit dem großen Akku, der normalerweise nur in der 4k Touchdisplay Version - aufgrund des erhöhten Stromverbrauchs durch mehr Pixel - verbaut wird, auch in genau dieser Version mit Full-HD offeriert wird.

Der Akku schlägt genau genommen also statt 56 wh ganze 84 wh zu buche - ca. 30% mehr Kapazität, obwohl der Stromfresser - 4k Touchscreen - nicht verbaut wurde. In der Produktbeschreibung wirbt Dell somit mit einer Akkulaufzeit von bis zu 17 Stunden. Auch hier denke ich, dass man dies in den seltensten Fällen hinbekommt. Über realistische 12 Stunden bei normalbedingungen wäre ich dennoch sehr postive Überrascht.

Jetzt sollte man sich natürlich auch Fragen, warum man auf den 4k Touchdisplay verzichten soll... Meine Begründung ist zum einen die Tatsache, mehr Akkulaufzeit zu haben, mehr Pixel fressen auch mehr Strom. weiterhin kommt im Touchdisplay kein Digitizer zum Einsatz. Wie man das auch von Smartphones kennt, liegt der Stromverbrauch insgesamt bei mehr als 50%, die bereits vom Display gefressen werden. Bedienung mit dem Finger ja, Eingabestift oder Stylus, nein. Zumindestens keine Druckstufen. Auch das Bedienen mit dem Finger bei einem ganz normalen Laptop oder Ultrabook stelle ich mir nicht ganz so komfortabel vor. Die 4k Auflösung würde vergleichsweise zusätzliche Rechenleistung erfordern, während der Text in den meisten Apps nur Skaliert ist und wie auch bei den Surfaces eine nutzung bei 100% Skalierung für den normalen Gebrauch in der Regel zu klein ist.

Schließlich sollte man den Display auch mal mit dem Desktop - Monitor vergleichen. Viele User haben da einen Full-HD (1920 x 1080 Pixel) Display mit 27 Zoll (68,58cm) Diagonale stehen. Dieser im Vergleich zu dem 15 Zoller vom Dell ein wesentlich schlechteres Bild - Stichwort Pixel per Inch (ppi) - aufweist. Ich für meinen Teil verwende einen Dell 2713hm ... Bei 2560 x 1440 Pixel auf 27 Zoll sollte das Erlebnis vergleichbar sein.

Zukunft sicherer mit Upgrades

Ganz offiziell darf man den XPS 15 von Dell sogar aufschrauben. Auf der Rückseite befinden sich ein paar ganz normale Torx schrauben, die jeder, der sich ein bisschen mit PC oder Technik beschäftigt hat, sowieso besitzt. Zwar wird die Batterie als "Nicht durch den Anwender wechselbar" beschrieben, jedoch kommt diese sofort nach dem öffnen des Chassis zum Vorschein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zum Surface vergleichbar schwer wäre. Dell liefert sogar diverse Betriebs und Wartungsanleitungen, wie ein User diverse Komponente einfach selbst wechseln kann.

Die Ram Steckplätze sind sofort ersichtlich und können durch andere Module ersetzt werden. Die Maximalkonfiguration wäre dabei 2 x 16 gb Ram (32 also max.). Auch die SSD bzw. m.2 Festplatte oder Chip ist problemlos austauschbar. 512 GB sind zwar fürs erste ausreichend. Schließlich muss man aber erst einmal in ein paar Jahren schauen, wie das XPS 15 sich noch schlägt. Die Option ist da. Auch der Mangel zum Reinigen des Surfaces ist hier eindeutig besser gelöst. Die Lüfter sind sehr gut erreichbar und können ohne großen Aufwand gereinigt werden. In der Hinsicht ein klarer Gewinner.

Formfaktor und Leistung

Mit echten 4 Kernen bei der i7 Skylake-6700hq Konfiguration mit zusätzlicher Grafikkarte (Geforce GTX 9400m) steckt in dem Dell ein richtiges Powerhouse. Es ersetzt natürlich keinen Desktop, aber ich denke, dass Foto- und Videobearbeitung reibungslos verlaufen. Ich freue mich gerade im Vergleich zum alten Macbook den Export von mehreren tausend Fotos, die Zeitnah fertig gestellt werden müssen.

Natürlich ist ein 15 Zoller nicht ganz so kompakt und leicht wie das Surface mit seinen 12,3 Zoll. Aber:
Durch den Infinity Display reduziert sich der Rahmen des 15,6 Zoll Notebooks auf das Minimum. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich im Internet auch nach einer handlichen Hülle für das Gerät gefunden. Mit ein paar Kommentaren wurde da eine 14.1 Zoll Tasche als passgenau oder "fits like a glove" beschrieben. Mit einem effektiv 14.1 Zoll Notebook lässt die Größe aufgrund des großen Akkus und der Leistung noch sehr gut verkraften. Auch im Vergleich zu anderen 15 Zöllern, merkt man, dass das Gerät etwas kleiner ist.

Nennenswerte Alternativen

Lenovo Yoga 900

Generell hat mir das Yoga 900 auch sehr gut gefallen. Wie ich finde ist das Gerät ein sehr guter Allarounder. So ziemlich alle Features, die das Gerät mit sich bringt, liegen im Mittelfeld. Gute Leistung, Leicht, 8 Stunden Akku, Convertible, schönes und wertiges Design. Auch Preislich im Mittelfeld. Wie es nicht bei allen anderen Geräten um die 13 Zoll war, ist auch hier dieses Gerät nicht Wartungsfreundlich. Diverse Sachen sind verklebt, RAM ist auf der Hauptplatine verlötet und die Tastatur und Touchpad waren eher mäßig gut.

HP Spectre x360 oder HP Spectre x2

Mit einem HP Ingenieur der Hauptzentrale in Shanghai gesprochen, als ich das Thema Surface angesprochen habe, wurde mir erzählt, dass das Spectre x2 sogut wie Identisch sei. Noch am selben Abend habe ich mir die Geräte angeschaut und konnten mich nicht ganz so überzeugen. Gerade da es keine wirklichen High-End Konfigurationen gibt. Das x360 wäre eher eine alternative zum Yoga. Sehr schöne Verarbeitung und Finish, für die Größe fand ich es allerdings zu schwer. Auch gab es hier relativ wenige Konfigurationsmöglichkeiten, um zum Beispiel gleich 16 GB RAM im Gerät vorzufinden.

Fazit

Schließlich liegt es jedem Frei offen. Mein persönlicher Ratschlag ist, für sich selbst zu identifizieren, welche Aufgaben das Wunschgerät bewältigen muss. Wie auch in meinem Fall gibt es sicherlich immer ein Manko, was man einfach akzeptieren muss. Das perfekte Gerät ist dann schließlich eins, wo ein Kompromiss nicht viel gewichtet. Die Zeit wird es auf jeden Fall ergeben.

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