Kamera für immer dabei und reisen

Kompakt, Bridge, oder DSLR

Gerade nach meinem längeren Urlaub in Shanghai, China kam doch das Resumé gerade bezüglich den Vor- und Nachteile zwischen meinen Vollformat Kameras im Vergleich zur Kompaktkamera - der Sony RX 100 Mark 3 - sehr sichtbar zustande. In diesem Beitrag soll es allerdings nicht ausschließlich um die technischen Spezifikationen wie zum Beispiel Bildqualität, Sensorgröße, Megapixel gehen, sondern eher einen Vergleich ziehen, ob es eine gute Wahl ist, den Kompromiss in jeweilige Richtung einzugehen. Schließlich soll es sich nicht ausschließlich um eine bestimmte Auswahl an Kameras (Direktvergleich) drehen, sondern eher als genereller Gedankengang angesehen werden.

DSLR High-End Equipment

Mit dem Zugriff auf diverse Festbrennweiten und Zoomobjektive, die wir Tag ein, Tag aus für unsere Aufträge in Verbindung mit unseren Vollformatkameras nutzen, kann man sagen, dass man uneingeschränkten Zugriff auf die ganzen Werkzeuge hat, wenn es darum geht, auch mal hier und dort ein Paar Aufnahmen zu machen.

Rose Vereist RX 100 Bokeh
Aufgenommen mit RX 100 III - Bokeh bei Kompaktkamera

Wie das aber immer mit dem Gear so ist, brauch man viel Platz im Koffer, die Sachen sind teuer und schwer und je nachdem was auf der Tagesplanung steht, möchte man vielleicht nicht den Mount Everest mit einem gefüllten Kamera-Rucksack erklimmen. Von daher finde ich es ganz einfach gesagt eine einfache Entscheidung, die extrem lichtstarken, bulkigen Geräte für gewisse Anwendungsbereiche zu Hause zu lassen.

Kompaktkamera

Die eigentliche Stärke der Kompaktkamera ist, dass diese wie der Name suggeriert sehr kompakt sein soll. Im Regelfall sind alle Kameras in diesem Bereich auch wirklich kompakt. Die Kompaktheit wird dieser Kategorie aber auch relativ zügig zum Verhängnis. Eine kleine Kamera bietet nicht viel Platz einen großen Sensor zu Verbauen, genau wie eine lichtstarke Optik noch leicht und klein genug dafür zu konzipieren.

Unabhängig von den technischen Aspekten erkennt man bei einer kompakten auch relativ schnell, dass zum Beispiel bei diversen Bedienelementen wie Einstellräder gespart wurde. So muss man sich bei sehr vielen Kameras mit nur einer Einstellmöglichkeit in Menüs quälen. Kleine Kameras liegen oft schlecht in der Hand und besitzen keinen Sucher.

Systemkameras als Zwischending

Neben groß und klein gibt es natürlich auch das Mittelfeld. Die Systemkameras. Neben Sony Alphas und den Micro-Four-Thirds, gibt es auch hier sehr viel Auswahl. Kleinere, Leichtere Kameras, mit vollem Umfang an Bedienung und Handling könnte man vielleicht als alternative für auf Reisen ansehen, aber auch hier ist wieder ein Nachteil zu sehen. Während man bei der Hauptausrüstung schon viel Investiert hat, steht man bei den Systemkameras in der Regel auch vor der Wahl, welche Objektive und anderes Zubehör man haben möchte. Effektiv könnte man also zum Beispiel gängige Brennweiten doppelt besitzen.

Koppenhagen mit RX 100 III
RX 100 III mit in Koppenhagen

Ausrüstung, welches in der Vitrine liegt, weil alles doppelt und dreifach vorhanden ist, gefällt uns nicht. Wir finden die Systemkameras generell super, es müsste aber auch wieder zum individuellen Einsatzzweck passen. Und dies tut er bei uns leider nicht.

Unser Einsatzzweck für eine Kompaktkamera

Wie schon erwähnt, sind wir im Moment neben dem großen Gear mit einer Sony RX 100 III am Werkeln. Die Sony wird dabei sehr oft zum Beispiel auf einer Hochzeit an einen interessierten Gast übergeben. Wir erleben es fast jedes mal, dass unter den Gästen bei einer Feier jemand sich gerne mit Kameras beschäftigt. Die RX 100 III landet somit generell immer als eine Art "Spassknipse", bzw. eher als "Unplugged" durch die Reihen der Veranstaltung.

Es kommt öfters vor, dass ein Gast, wenn er den Fotografen auf sich zielen sieht, sich weg dreht oder versteckt. Wenn eine vertraute Person mit der Sony mal schnell ein paar Snapshots macht, die der Fotograf zum Schluss auch bearbeiten kann, erhält man so noch einmal einen Einblick, wo sich solche Gäste geöffnet haben.

Schließlich nutzen wir die Kompaktkamera oft für Dokumentationszwecken, wie es zum Beispiel On-Location von unserem Aufbau eines Studios so aussieht, machen Videos für Making-Of. Zwischen den Aufträgen, wenn man mit dem Team mal in einer Bar sitzt und eine kurze Pause gönnt.

Zwar kann auch das Handy herhalten, aber zugegeben glaube ich, dass ich ausschließlich immer mindestens die Sony dabei habe. Unauffällig, flexibel, leicht und klein. In dem Sinn ist die beste Kamera die, die man dabei hat. Im Vergleich zum Smartphone muss man mit einer guten Kompaktkamera weniger Kompromisse in schwierigen Situationen eingehen.

Wann doch eher eine große Kamera mit nehmen?

In der Regel kann man das so sagen:
Wenn man nicht weiß, was der Tag, der Ausflug, der Urlaub bringt, nimmt man die Kompaktkamera mit und hat für den Notfall immer die Chance ein gescheites Bild zu schießen.

Sobald man ein genaues Ziel vor Augen hat, man also genau weiß, welche Art von Aufnahmen potenziell möglich sind, dann lohnt es sich, das passende Equipment für das geplante Ereignis einzupacken. Eine Kamera für alles gibt es sowieso nicht. So muss man sich einfach nur Gedanken machen, welche Ausrüstung die Beste Wahl für den Anwendungsfall ist.

Kosten und Preise

In vielen Fällen werden die einfachen Kompaktkameras vom Smartphone ersetzt. Mit der neusten Iteration an iPhones und Androiden sieht man jetzt diverse Geräte mit zwei Linsen / Objektive, welche unterschiedliche Brennweiten bieten. In der Vergangenheit blieb es den Smartphones immer außen vor, einen echten Zoom anbieten zu können. Mit dieser Technik kann man jetzt von zwei Zoom-Stufen wechseln, oder Vorteile beider Linsen per Software in eine Komposition zu verwandeln.

In vielen Fällen lohnt es sich eigentlich nur noch, entweder eine Aktionkamera, Wasserdichte Kamera, oder Premium-Kompaktkamera zu kaufen. Hierbei geht es darum, vom Einsatzzweck einfach das Bieten zu können, was man sonst in der Hosentasche nicht immer mit dabei trägt. Smartphones sind in der Regel nicht Wasserdicht, sondern nur mit IP 67 Wasserfest. In der Regel gibt ein Hersteller an, es könne in Süßwasser in 1 Meter bis zu 30 Minuten eintauchen. Vorrausgesetzt, der Druck, zum Beispiel Wasserstrahl, ins Wasser klatschen u.s.w. wird nicht zu hoch. Unserer Meinung nach ist das aber nur ein Gimmick.

Kompaktkamera unterwegs
Kompakt im Mobilen Einsatz - by Steven Kohl

Im Segment Actionkameras findet man eine große Bandbreite an Wasserdichte Kompaktkameras wie GoPro. Während diese nicht so geeignet ist, gibt es mit Einschränkungen wiederum Wasserdichte Kompaktkameras wie zum Beispiel Nikon AW 130. Für Enthusiasten, oder extremere Lichtbedingungen kommen dann die Premium-Kompaktkameras zum Einsatz. Wir haben auch solangsam das Gefühl, dass der Markt mit "Premium" Produkten überflutet. In den letzten Jahren hat Sony jedes Jahr eine neue Iteration der RX100 Serie veröffentlich. Während Mark 1 und Mark 2 ein iteratives Update ist, wurde bei 3 bis nun 5 zuerst eine komplett neue Kamera entworfen und als nächstes erneut wieder iterative Updates.

Das muss man mal im Kontrast sehen:

Version 1: Bahnbrechende Kamera "revolutioniert den Markt"
Version 2: Gleicher Sensor, Gleiches Objektiv, Schwenkdisplay, Zubehörschuh, Wifi sosnt kein nennenswerten Änderungen
Version 3: Gleicher Sensor, neues lichtstarkes Objektiv, kein Schuh, dafür Sucher und Blitz, ND Filter
Version 4: Verbesserter Sensor, gleiches lichtstarkes Objektiv, verbesserter Sucher
Version 5: Erneut besseren Sensor, sonst aber die Hauptsächlichen Merkmale sehr ähnlich oder gleich

Unabhängig von den kleineren Preisänderungen, kann man in dieser Serie eine Preisexplosion feststellen. Während die älteren Geräte immer mal etwas im Preis fallen, ist die günstigste Variante immer noch zum Neu-Verkaufspreis von 300€ zu finden. Version 2, sind es immerhin zwischen 400 - 450, die Dritte war lange Zeit für 600 € erhältlich. Im Einzelhandel sieht man die Mark 4 sehr oft für 1100 - und schließlich das aktuelle Modell für stolze 1400 Euro.

Puh. Wir werden sehr oft gefragt, was so der Sweetspot vom Preis und der Leistung einer solchen Kamera ist. Gerade die neueren Geräte lohnen sich wirklich nicht. Wenn jemand wirklich oft Chancen hat super Szenen wie zum Beispiel auf einer Reise zu Fotografieren, würden wir je nach aktuellem Preis zwischen RX 100 III und IV tippen. Das Lichtstarke Objektiv ist einen gewissen Preis wert. Gerade mit den ganzen Nachfolgern, sind die Auslaufmodelle immer mal in einer Werbung zu finden.

Vergleichbare Kameras in diesem Segment halten Preislich auf dem gleichen Level mit. Zum Beispiel haben wir da die Canon G7X 2 - da können wir das oben genannte fast wiederholen. Sonst gibt es gerade bei den kleineren, kompakten Kameras weniger auf dem Markt zu finden, was sich fürs genauere Betrachten lohnt.

Fazit

Schließlich kommt es auf den genauen Anwendungszweck drauf an. Es gibt gewisse Situationen, wo selbst wir uns mit 10 kg schweres Equipment abschlappen, weil wir auf die maximale Qualität angewiesen sind. Aber gerade dann, wenn es in Richtung Freizeit geht und man nicht immer wie ein vollgepackter Esel und Kamera-Nerd durch die Gegend laufen will ist die Wahl auf ein Zwischending nicht verkehrt.

Da müsste der Sprung allerdings deutlich über dem Smartphone liegen, denn das hat man sowieso immer und überall zum Greifen bereit. So bleibt unserer Meinung nach eigentlich nur noch die Premium-Kompakt Klasse.

Mit welchen Kameras fotografiert Ihr so in eurer Freizeit?

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